Unterwegs für mehr Inklusion
Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen findet jährlich am 3. Dezember statt. Dies haben die Oberstufenschülerinnen und -schüler der GHG CP-Schule 2024 zum Anlass genommen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.
Gemeinsam mit ihren Lehrpersonen war eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der GHG CP-Schule am Aktionstag in der Stadt St. Gallen unterwegs, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Wie die folgenden drei Erfahrungsberichte zeigen, war das gar nicht so einfach. Was dieser Einsatz deutlich zeigte: In Sachen Inklusion gibt es noch enorm viel zu tun!
«Wir hätten uns mehr Offenheit gewünscht»
Am Dienstag, 3. Dezember 2024, von 10.15 bis 12.30 Uhr, war unsere Klasse mit anderen Klassen vom Standort Steingrüebli in der Stadt. Wir waren am Marktplatz unterwegs und haben Plakate aufgehängt. Ausserdem haben wir Punsch und Karten verteilt, um auf den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. Wir haben festgestellt, dass Menschen mit Behinderung nicht immer ernst genommen werden.

Die Karten, die wir verteilten, waren mit Aussagen von Menschen mit Behinderung bedruckt. Diese Karten sind ganz gut weggegangen. Einige Leute haben eine bis zwei Karten genommen und ein bisschen mit uns geredet. Wir Schülerinnen und Schüler hatten gemischte Gefühle und waren etwas angespannt, da wir nicht wussten, wie die Passantinnen und Passanten auf diese Aktion reagieren.
Wir hatten auch Plakate mit diesen Botschaften drauf. Livia erzählt hier, welche Erfahrungen sie damit gemacht hat. Bei vielen Läden, in denen Livia vorbeigegangen ist, wurde zuerst gesagt: «Wir müssen bei den Vorgesetzten anrufen und fragen, ob wir die Plakate hier aufhängen dürfen.» Es kam aber öfters eine Ablehnung. Livia hätte sich gewünscht, dass die Leute offener gewesen wären oder sogar eine Ausnahme gemacht hätten bezüglich des Aufhängens der Plakate.
Von Samra Ihtimani und Livia Keller


«Eine coole Idee, aber anstrengend»
Unsere Aktion war, dass wir von der GHG CP-Schule die Leute in der Stadt und in den Läden darauf aufmerksam machen wollten, dass wir als Jugendliche mit Einschränkung nicht so viele Möglichkeiten haben. Wir fanden diese Idee cool, weil wir oft das Gefühl haben, dass wir den Menschen egal sind. Uns hat es sehr viel Spass gemacht, die Plakate zu verteilen. Es war aber auch anstrengend.

Die Leute hörten manchmal nicht richtig zu. Viele Läden haben das Plakat nicht angenommen, das fanden wir schade. Die, die es angenommen haben, wussten nicht, was sie mit dem Plakat machen sollten. Manche Leute von den Läden haben viele Fragen zu unseren Plakaten gestellt. In einigen Läden haben sie uns zwar schon zugehört, aber sie konnten die Plakate dann trotzdem nicht aufhängen.
Von Frida Haas und Medine Ozan
«Ich musste sehr viel Geduld haben»
Es war der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. Zuerst war es cool für mich, aber mein Geduldsfaden ist irgendwann gerissen. Wir waren in verschiedenen Läden. Frida und ich waren frustriert, weil fast niemand vom Verkaufspersonal unser Plakat aufhängen wollte. Die Leute haben gesagt, dass sie das nicht dürfen. Ich war auch ein bisschen wütend und traurig. Die Aktion hat mir deshalb nicht so gut gefallen.
Von Yael Schärli

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen – was steckt dahinter?
Das Ziel des weltweiten Aktions- und Gedenktags besteht darin, die Öffentlichkeit für die Anliegen und Schwierigkeiten von Menschen mit einer Beeinträchtigung zu sensibilisieren. Initiiert wurde dieser Tag vor über 40 Jahren von den Vereinten Nationen. Seither finden jedes Jahr zahlreiche grössere und kleinere Anlässe statt, zu denen auch derjenige der GHG CP-Schule gehört.